Der Verrat durch den Yufka

Das dritte Buch, VEG.

Spießnachten und der Salat

Das erste Spießnachten verlief soweit ganz ruhig. Ein jeder konnte lernen, sich seinen Döner selbst zuzubereiten. Doch auf einmal stellten einige Anwohner eine Gruppe von leuten fest, deren Yufkas verdächtig dünn aussahen. Als die örtlichen Wachen das Durchsuchen der Yufkas anordnetet, kam ans Tageslicht, dass einige dieser Yufkas vegetarisch waren, was ein Verrat gegen den heiligen Dönerspieß, die heilige Döner-Maria als auch das Rezept war. Auf die Frage hin, wieso diese Vegetarier ihnen das genau heute antun würden, erfolgt nur eine nüchterne Erklärung:

„Jeden Dönerstag, jedes Wochenende müssen wir mitansehen, wie wir ins den einzigen Restaurants im Lande nur Döner mit Fleisch bekommen können. Das haben wir satt. Heute sind wir der Schöpfer unseres Döners und wir lehnen das Fleisch ab. Und machen Joghurtsoße drauf.“

Mit der letzten Aussage waren selbst die gläubigsten der anwesenden erschüttert gewesen. Sie nahmen ihre metallenen Spießanhänger heraus, küssten diese und begannen zu beten, leider erfolglos. Diese Nacht trat den ersten Glaubenskrieg der ersten Dönerstie hervor: Die Vegetarier gegen die Dönerbudisten.

Die nächsten Jahre

So begab es sich, dass es nun zwei Lager gab, die Dönerbudisten, welche weiterhin friedlich ihren Döner verpspeisen wollten und die Vegetarier, die den Verzehr von Fleischhaltigen, in Knoblauchsoße getränkten Mittagessen unterbinden wollten. Wo auch immer sie jemanden sahen, der einen Döner aß, schlugen sie ihm diesen aus der Hand, sodass er in den Dreck fiel und ungenießbar wurde. Die Dönerbudisten, welche das friedlichste Volk der Welt darstellten, wehrten sich nicht gegen diese Tyrannei. Das war ihr großer Fehler.