Die ersten Anhänger

Das zweite Buch, GER.

Die Geburt des Döners

Es war das Jahr null. Maria, Besitzerin eines kleines Schnellrestaurants, war mit Gustavo vermählt. Gemeinsam haben sie in ihrer Gaststätte die örtlichen Anwohner mit Essen versorgt. Ihr Essen war weit über die Stadtgrenzen heraus bekannt und täglich pilgerten Fremde Menschen in diese Gegend, nur um das Essen zu kosten. Doch leider war es passiert, dass diesen Sommer die Ernte an Kartoffel nur sehr mager war. Kartoffeln, welche hierzulande in Yufkaslem das Hauptnahrungsmittel waren, waren schnell ausverkauft und eine allgemeine Hungersnot trat ein.

Enttäuscht von jüngsten Entwicklungen und unter hunger leidend, legte sich Maria eines Nachts zu Bette. Doch schlafen konnte sie nicht wirklich. Im Gegenteil. Kurz vor Mitternacht stürmte lauten Tones eine Kuh in ihr Schlafgemach, woraufhin sie wach wurde und sich voller Angst unter ihrer Bettdecke zu verstecken versuchte. Die Kuh jedoch war friedlich und wollte Maria eine Mitteilung machen:

„Liebe Maria, der heilige Dönerspieß hat dich auserwählt, sein Kind zu empfangen. Der Döner, welcher euch vor eurer Hungersnot retten soll, wird bald erscheinen.“

Voller Verwunderung aber auch voller Verständnis wollte sie wissen, wann es denn soweit sein wird.

„Fünfsehn Minute machschdich fertisch.“

Und es war so, keine fünfzehn Minuten danach gebar Maria einen kleinen Döner mit allem und Schafskäse. Anbei das Rezept zur Herstellung der Spieße, der Soße und der Brote. Die Kuh, welche noch immer im Raum stand, teilte ihr mit, sie sei fortan unter dem Namen „Heilige Döner-Maria“ anzusprechen, schließlich ist sie für die Weiterverbreitung der Rezepte verantwortlich. Maria, welche sich der Zubereitung nicht imstande sah, bat ihren Mann Gustavo, von nun an den Döner in ihrem Restaurant anzubieten.

Und es war ein voller Erfolg. Nur noch mehr Menschen kamen vorbei, um dieses Essen zu genießen und das Rezept wurde binnen kürzester Zeit weit hinaus ins Lande getragen. Schon bald gab es mehr Dönerbuden als Häuser auf den Straßen und die Hungersnot konnte erfolgreich bekämpft werden.

Die Jugend des Döners

Natürlich trug es sich zu, dass mit der Zeit Abwandlungen des Döners entstanden, jedoch meistens erfolglos. Trotz allem gab es zwei Abwandlungen, welche ihren Erfolg feiern konnten, das Yufka und die Dönerbox. Das Yufka ersetzt das Fladenbrot durch einen dünnen Teiglappen, welcher gerollt wurde. Die Dönerbox hat sich auf das wesentliche beschränkt und enthielt nur Fleisch und Soße. Als Beilage wurden schnell Pommes beliebt, sofern es der lokale Kartoffelvorrat erlaubt hat. Eine besondere Form der Dönerbox, welche nicht überall so beliebt war, aber dennoch oft bestellt wurde, war der Dönertella. Er ergänzte die Box um eine Portion Salat.

Nichtsdestotrotz, ob Tella, Box, Yufka oder Brot, der Döner wurde rege und fleißig gegessen. Immer öfter kamen kleine Gruppen zum örtlichen Dönermann, bestellten ihr Essen und sagten das Döner Unser auf. Dieses Gebet sollte dazu dienen, dem großzügigen Dönerspieß für die Spende des Döners zu danken.

Spießnachten

Nun ist der Döner ein Jahr alt, es war der erste Samstag im fünften Monat. Man entschloss sich, ein ganz besonderes Fest in jedem Ort und in jeder Stadt zu feiern. Alle Dönermänner legten für ein besonders großes Buffet zusammen, sodass ein jeder, ob arm oder reich, an diesem Abend einen Döner seiner Wahl zubereiten und essen konnte. Diese Brudalichkeit sollte dem Glauben leider zum Verhängnis werden.